Ruhe in Frieden
Besucht man den Friedhof in Feldkirchen in Krnten wird man eine neuartige Grabgestaltung vorfinden. Das Grab von Robert Goritschnig ist als Auftragsarbeit entstanden und von der Knstlerin Titanilla Eisenhart gestaltet worden. Es strahlt Lebensfreude und Freundlichkeit aus. Die Gestaltung ist modern, bricht aber nicht mit tradierten Mustern.
ćEin Grab ist eigentlich fr die Hinterbliebenen gemacht. Es ist Denkmal fr den Verstorbenen, aber vorallem auch der Ort, an dem Angehrige mit ihm in Verbindung treten und auf Trost und Geborgenheit hoffen.Ņ
Und dieses Grab wurde genau aus diesem Blickwinkel entworfen. Auftraggeberin ist die junge Witwe, die eine moderne Grabgestaltung wnschte, da ihr Mann nicht nur naturverbunden, sondern auch ein sehr aufgeschlossener Mensch war.
Titanilla Eisenhart hat viel recherchiert und einige Entwrfe vorgelegt. Schlie§lich wurde der erste Entwurf umgesetzt, der aus drei Teilen besteht. Gro§er Stein, Streuwiese und kleiner Sitzstein.
Der weithin sichtbare, aber niemals aufdringliche Stein ist lichtdurchlssig und hat ungefhr die Gr§e eines Menschen.
Ausgangsmaterial ist handgegossenes Glas in verschiedenen Farben. Die transparenten Glassteine symbolisieren die Farben des Lebens und sind in hellem Wei§beton gebettet. So wirkt der relativ gro§e, aber flache Stein leicht und lebendig. Wie Musik komponierte die Knstlerin die einzelnen Elemente zu einem Ganzen. Zartes Ros, Waldgrn, Himmelblau und Gold wechseln je nach Lichteinfall und Sonnenstrke Intensitt und Melodie. Selbst an nebelig trben Tagen wird einem hier an diesem Grab warm ums Herz. Und genau das wollte Titanilla Eisenhart mit dieser Arbeit.
Das Grab als Hommage an einen geliebten Menschen - fr die Anverwandten.
ćMan mu§ sich mit so einem schweren Schicksalsschlag wie dem Tod des geliebten Menschen vertraut machen und sich mit dem Leben vershnen. Da ist es sinnvoller, hier am Friedhof ein positives Gefhl zu empfangen. Friedhof ist ja ein schnes und intelligentes Wort und sagt ja schon allein viel aus.Ņ Im sonst so bleichen Winter wird die schrgliegende Sonne bunte Lichtflecken auf die Schneedecke werfen.
Die bliche Umrandung der vorgegebenen Grabflche in Form eines Muerchen oder Zaunes wurde entfernt. Die Flche sollte weder das sonst bliche Beet, noch Kies aufweisen. Allein Erde wurde aufgebracht, um das Durchschreiten des Grabes auch ohne Mauer zu verhindern. Und im Laufe der Zeit wird aus dieser Flche eine Streuwiese entstehen, Blumen und Grser werden sich auf natrliche Weise einfinden.
Schlie§lich hat die Knstlerin noch einen zweiten wesentlich kleineren Stein gefertigt, den Sitzstein. Er ist aus dem gleichen Material wie der Stephansdom, aus St.Margarethener Sandstein und an der dem Weg zugewandten Seite. Er dient dem Besucher, um in Ruhe am Grab verweilen zu knnen, ohne das bliche Ritual der Beetpflege und Unkrautvernichtung verrichten zu mssen. Zarte Linien sind eingemei§elt, Symbol der zarten Bande der Liebe. Hockt man sich auf diesen Stein, ist man dem Grab zugewandt und in Gedanken ganz bei dem Verstorbenen.
Eine Grabgestaltung als sehr positive und sehr persnliche Arbeit.
Die Umsetzung des Entwurfes ermglichte Baumeister Gerhard Michenthaler, der Onkel der Witwe. Titanilla Eisenhart ist akademische Malerin und Bildhauerin, arbeitet und lebt in Wien und Krnten. Sie ist die Tochter der St.Veiter Schriftstellerin und Malerin Margarethe Herzele und des 1988 verstorbenen aus Klagenfurt stammenden Malers und Bildhauers Gnther Kraus, der schon vor 30 Jahren beispielgebend in moderner Grabgestaltung war.