Titanilla
von Eisenhart
2008 Extradienst
Die
Kunst ist ein weites Feld zwischen Erforschung von Formen, mit Esprit geladenem
Gestaltungswillen und einer Beziehung zu den Rezipienten. Die KŸnstlerin
Titanilla von Eisenhart entfaltet sich in diesem Spannungsfeld.
Der
Kunst begegnet die KŸnstlerin mit einer ungezwungenen NatŸrlichkeit. Denn schon
als Kind eines KŸnstlerpaares lernte die am 27. Mai 1961 in Wien geborene
Titanilla von Eisenhart sowohl die Beherrschung der technischen FŠhigkeiten als
auch den Umgang mit der Thematik und entwickelte fŸr sich ein entsprechendes
SelbstverstŠndnis.
Von
Eisenhart sagt von sich, sie ist eine AllroundkŸnstlerin. Keine Form der
kŸnstlerischen Gestaltungsmšglichkeit ist ihr fremd. Ob Bildhauerei, Mosaike,
Malerei, Installationen, experimentelle Videos - oder mehrere
Ausdrucksmšglichkeiten miteinander verbunden - alles ist ihr wesentlich. So
zeigte sie in einer Ausstellung sowohl Bilder als auch Skulpturen innerhalb von
Installationen. Dabei geht es um einen Anspruch von QualitŠt. Die Idee wird in
den geeigneten Mitteln umgesetzt, wobei sich die Idee und die formale Umsetzung
synchron entwickeln.
So sind
ihre Videos ãWie stopfe ich ein Rebhuhn in einen StrumpfÒ oder ãWhat a pity
that the scene is not interestingÒ sind experimentelle Arbeiten, die ihren
ironischen Ansatz reprŠsentieren, wŠhrend Bilder wie ãWittigoÒ, ãBuffalo BobÒ
oder ãOrange BiskottenÒ den von ihr angefŸhrten surrealistischen Aspekt
reflektieren.
Ohne
Ironie, allerdings mit viel Witz sind auch ihre Schlangenbilder, die als Titel
weibliche Vornamen tragen wie beispielsweise ãMargotÒ oder ãIsoldeÒ.
Die
KŸnstlerin betont, dass es ihrem SelbstverstŠndnis und ihrer Arbeit sehr gut
getan hat, schon sehr frŸh zu unterrichten. So gab sie schon mit 19 Jahren an
der Sommerakademie in Salzburg in der Klasse von Konovicz - einem SchŸler
von Edward Hopper, der bekannten amerikanischen Realisten - Unterricht in Akt-
und PortrŠtzeichnung. SpŠter lehrte sie auch an der Kunstschule Wien.
Ebenso
breit wie ihr kŸnstlerischer Gestaltungswille ist ihre Basis in Bezug auf ihre
Ausbildung. So studierte sie neben Malerei und Grafik auch Humanistik und
Kunstgeschichte.
Zu den
Meilensteinen ihrer Karriere zŠhlt sie unter anderen gro§e Ausstellungen im
Palais Wittgenstein (1992 und 1995) oder die Serie ãHund - mattschwarzÒ aus
1998, eine Serie, auf die sie bis heute, zehn Jahre spŠter, immer noch
angesprochen wird. Eine weitere Serie von Bildern erschien in Buchform: ãSexy
and Not sexyÒ. Das Buch wird vor allem von Sammlern und Galeristen gekauft und
ist hierzulande nur Ÿber Bestellung zu beziehen. In den USA allerdings verkauft
es sich ausgezeichnet.
Mitte
der 1990er Jahre beginnt sie auch - zuerst im Freundeskreis - regelmЧig
experimentelle Filme zu produzieren. Mittlerweile arbeitet sie alleine.
Essentiell ist fŸr sie, dass sie die Filme nicht als Ersatz fŸr die Malerei
versteht, sondern als Erweiterung.
Heute
lebt die dreifache Mutter in Wien und in KŠrnten, Die Malerei ist heute ihr
hauptsŠchliches TŠtigkeitsgebiet, weil - wie Titanilla von Eisenhart sagt -
kein KŠufer eine Installation bei ihr bestellt, sondern sich lieber malen
lŠsst. Bei Auftragsarbeit ist ihr wichtig, dass ein gegenseitiges Interesse
ent- bzw. besteht. Entwickelt sich diese Grundlage nicht, ist sie durchaus auch
willens, einen Auftrag abzulehnen.
Neben
diesen Auftragsarbeiten hat sie auch eine neue Serie begonnen: ãSport im BildÒ,
die seit 6. Mai im Kunsthof Wien im 2. Bezirk gezeigt wird.